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Krananlage DESY Petra III Experimentierhalle 47c


Fördertechnik / Krane

DESY Petra III, Krananlage Experimentierhalle 47c

a) Kranbahnen
b) Umbau des 20to-Brückenkrans (Einbau einer motorischen Lenkung)

Für das dritte Petra-Experiment ließ das Deutsche-Elektronen-Syncrotron (DESY) eine ca. 290m lange und 25m breite, gekrümmte Experimentierhalle mit einer 20to-Krananlage errichten.

Nach der Planung der Kranbahnträger, die polygonförmig eingebaut sind, erhielt luenserplan engineering von der Fa. Blumenbecker (www.blumenbecker-industrieservice.com) außerdem den Planungsauftrag zum Umbau des bereits eingebauten Zweiträgerbrückenkrans zur Verbesserung seiner Bogenläufigkeit. Der mit starren Radsätzen ohne Spurkränze und einer sog. „Panzerlenkung“ ausgerüstete Kran erzeugte beim Betrieb so starke Erschütterungen, dass der Bauherr die Abnahme verweigerte.

Der Umbau betraf den mechanischen und den elektrischen Teil. Für den mechanischen Teil war luenserplan engineering verantwortlich, den elektrischen Teil betreute Fa. E.-S.-A.-Technik (www.esa-technik.de) und Fa. Blumenbecker.

Der mechanische Umbau beinhaltete den Austausch der starren Radsätze durch Einachs-Lenkgestelle und den Einbau von motorischen Lenkeinrichtungen über den Kopfträgern. Antriebe und Radsätze konnten weiter verwendet werden. Die Lenkung der Radsätze erfolgt über 2,0m lange Lenkhebel, auf die pro Kopfträgerseite ein SEW-Elektrohubzylinder mit Planetenrollen-Gewindetrieb vom Typ CMS71 wirkt. Größtes Problem sind die geringen Lenkwinkel von unter 0,5Grad, was eine Minimierung des Lenkspiels erforderlich machte und zu sehr kräftigen Bauteilen und Komponenten führte.

Bei dem umgebauten Kran handelt es sich nun mit ziemlicher Sicherheit weltweit um den ersten Laufkran, der mittels Barcodeleser und Ultraschall-Abstandssensoren ausschließlich sensorisch gesteuert und geführt wird. Zur Regelung der auf der Innen- und der Außenseite unterschiedlichen Antriebsgeschwindigkeiten sowie der Lenkbewegungen wird eine High-Speed-SPS SIMATIC S7-300 verwendet. Die Lenkwinkel werden über Drehgeber an allen vier Rädern überwacht, Bogenein- und -ausfahrtstrecken (Klotoiden) sind fest einprogrammiert.

Der Umbau wurde von Mitarbeitern der Hamburger Niederlassung der Fa. Blumenbecker innerhalb von zwei Wochen durchgeführt, so dass der Kran am 22.12.08 in einer 7-Stündigen Abnahme betriebsbereit abgenommen werden konnte.


Bild 1: 20to-Kran bei der Abnahmefahrt mit 25%-iger Überlast (25to)
Bild 2: Einachsdrehschemel von außen gesehen
Bild 3: Lenkantrieb (einer von zwei eingebauten)
Bild 4: Einachsdrehschemel von innen gesehen mit Antrieb und Barcodelesern


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DB-Quali
Präqualifikation für Tragwerksplanung 10/2010

f+h-Artikel
Veröffentlichung in "Fördern + Heben" 10/2010

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