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Restaurierung Meridiankreisgebäude, Sternwarte HH-Bergedorf


Sonstiges / Sternwarten

Bauvorhaben:
Restaurierung des Meridiankreisgebäudes der Sternwarte Hamburg

Bauherr:
Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Die Fa. Carl Zeiss, Jena, errichtete 1909 auf dem Gelände der Hamburger Sternwarte in Bergedorf ein Observatoriumsgebäude zum Einbau eines Meridiankreis genanntes Fernrohr. Insgesamt wurde ein dreiteiliges, mittlerweile unter Denkmalschutz stehendes Ensemble, das aus dem massiven Eingangsgebäude im klassizistischem Stil, dem hölzernen Verbindungspavillon und dem Meridianhaus als Stahlkonstruktion mit beweglichen Schlitzverschlüssen besteht.
Mit dem installierten Fernrohr von 2,3m Brennweite und 190mm Öffnungsdurchmesser wurde ursprünglich der Sonnendurchgang im Zenit gemessen und damit täglich die genaue Uhrzeit, u. A. für den Hamburger Hafen, festgelegt. Später ist mit dem Gerät der nördliche Sternenhimmel ausgemessen worden und war da-mit Grundlage für die berühmten Bergedorfer Sternenkarten. Heute befindet sich die Sternwarte im Besitz der Hamburger Universität und ist Außenstelle des Astrophysikalischen Instituts.
Das Meridianhaus, eine filigrane, genietete Stahlfachwerkkonstruktion mit innerer und äußerer Blechverklei-dung, Abmessungen ca. 11m x 9m, Höhe über EG ca. 8,5m, wurde nach Beendigung der Nutzung in den 1960ger Jahren nicht mehr unterhalten und befand sich großenteils in sehr schlechtem Zustand. Die Stahl-konstruktion sowie Fahrwerke und Antriebstechnik der Schlitzverschlüsse wiesen starke Rostschäden auf. Der ca. 4m tiefe Keller unter dem Gebäude sowie der gemauerte, ca. 6m hohe Fernrohrsockel sind hinge-gen ebenso wie Eingangsgebäude und Verbindungspavillon noch in einem recht guten Zustand.
Bei der Restaurierung wurde größter Wert auf denkmalpflegerische Aspekte gelegt. So werden möglichst viele Bauteile erhalten und nur wenige vollständig erneuert. Gem. der Ursprungsplanung fehlende Bauteile, wie z. B. die nach Blitzschlag schon früh verbrannte Holzlamellen-Verkleidung, sollen noch ersetzt werden. Für die Sanierung wurden die Schlitzverschlusse abgehoben und in einem Werkstattzelt abgelegt. Nach teilweiser Demontage der Verkleidungsbleche wurden sämtliche Bestandsbauteile gesandstrahlt, repariert und mit einen neuen Korrosionsschutz versehen. Erschwerend und kostentreibend war dabei besonders die vorh. PAK- und bleihaltige Korrosionsbeschichtung.
Die Sanierungsplanung umfasste i. w. eine detaillierte Gebäude- und Schadensaufnahme, genaue zeichne-rische Darstellung des Gebäudes und statische Berechnungen des Tragwerks für Gebrauchs- und Montage-zustände (Schlitzverschlüsse!) sowie genaue Leistungsbeschreibungen für die Ausschreibung. Des weiteren wurde uns die Fachbauleitung übertragen.


Bild Nr.1: Meridiankreisgebäude während der Bauzeit
Bild Nr.2: Meridiankreisgebäude nach Fertigstellung
Bild Nr. 3 u. 4: Meridiankreisgebäude im Zustand vor der Sanierung
Bild Nr. 5: Korrosionsschaden am Spatverschluss
Bild Nr. 6 bis 8: Meridiankreisgebäude im Zustand nach der Sanierung (noch ohne Holzverkleidung)

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DB-Quali
Präqualifikation für Tragwerksplanung 10/2010

f+h-Artikel
Veröffentlichung in "Fördern + Heben" 10/2010

propstei
Tragwerksplaner in der Denkmalpflege

Ing-Preis
Ingenieurbau-Preis 2002

St.-Nr.: 47/149/01058
USt-Id-Nr.: DE 118 919 569
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